Vom Wesen der Landschaftsfotografie (Teil 3)

Landschafts-Fotografie 3:

Stichworte: Lichtstimmung, Tageszeiten, Gegenlicht, Belichtungsreihe

In Teil 3 des Wesens der Landschaftsfotografie geht es um Licht und Lichtstimmungen. Welche Tageszeiten sind ideal zum Fotografieren, welche weniger?

Nicht jede Tageszeit ist gleich gut geeignet für gute Fotos. (Mittagslicht ist eigentlich nie eine gute Wahl.) Landschaftsfotografie lebt vom Licht. Besonders schönes, weiches Licht und längere Schatten, die mehr Tiefe ins Bild bringen, gibt es in der Zeit des Sonnenaufgangs sowie des Sonnenuntergangs, also immer dann, wenn die Sonne niedrig steht.

Castilla y León, España #2 by kunstgriff

Castilla y León, España #2 by kunstgriff

Morgens ist die Luft noch unverschmutzt und rein, die Farben frisch, kräftig & sauber.

Morgenstund' hat Gold am Himmel by kunstgriff

Morgenstund' hat Gold am Himmel by kunstgriff

Abends ist das Licht durch Staubpartikel u.ä. in der Luft wärmer und weicher.

Licht und Gegenlicht

Das beste Licht für Landschaftsfotografie bietet also der frühe Morgen oder der späte Abend. Ansonsten, zu anderen Tageszeiten, sollte man bei der Aufnahme die Sonne im Rücken haben, dann werden die Farben satter, auch die des Himmels.
Gegenlichtaufnahmen verursachen oft einen überbelichteten Himmel oder eine Silhouettenlandschaft. Letzteres kann aber durchaus reizvoll sein. Was dabei heraus kommt, ist eine Frage der Fokussierung: Messe ich direkt den Himmel im Bereich der Sonne, so werden Silhouetten unumgänglich sein. Fokussiere ich hingegen Häuser, Bäume oder andere Landschaftsteile, so wird der Himmel stark überbelichtet.
Eine Belichtungsreihe fängt bei sehr starken Kontrasten, wie sie bei Gegenlichtaufnahmen vorkommen, den gesamten Kontrastumfang ein. (In begrenztem Maße kann auch durch unterschiedliche Entwicklungen eines RAW-Bildes eine Belichtungsreihe simuliert werden, allerdings ist das bei Gegenlichtaufnahmen eher schwierig.)

Erneuerbar - regenerative by kunstgriff

Erneuerbar - regenerative by kunstgriff

Selbst bei tief stehender Sonne tritt der Effekt der Silhouettenbildung bzw. des überbelichteten Himmels auf; schließlich ist das auch eine Gegenlichtaufnahme. Hier greife man zur Spotmessung. Nach Fokussierung des Himmels kann man dann nach und nach die Belichtung um eine Blende nach oben korrigieren. (Oder, falls man mit der Umgebung anfangen mag, erfolgt die Blendenkorrektur entsprechend abwärts.) Allerdings ist das Verfahren zeitaufwändig, und man muss ein wenig probieren, bevor das Ergebnis so ist, wie man es haben will.

crossing by kunstgriff

crossing by kunstgriff

Man kann natürlich bei Gegenlicht auch einen Verlauffilter verwenden. Dabei ist dann aber darauf zu achten, dass die abgedunkelte Hälfte nach oben zum Himmel weist — an sich kein Problem, aber bei Kameras ohne Innenfokussierung in jedem Fall zu beachten (in so einem Fall erst fokussieren, dann Filter aufschrauben).

Mittags zwischen zwölf und drei / hat der Fotograf mal frei…

Mittags, wenn die Sonne ihren Höchststand hat, ist das Licht fotografisch eher unergiebig. Die Beleuchtung ist unplastisch, die Farben verlieren, da blaue Strahlen überwiegen, ihre Buntheit. Die hochstehende Sonne wirft kurze, tiefe, harte Schatten, und das Bild kann flach wirken. (Hier kann ein Skylight-Filter Abhilfe schaffen; durch dessen zartrosa Tönung erhält das Bild eine wärmere Tönung.)

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