Packend: Die Landpomeranzen. Ärgerlich: Terror am Telefon

Also, es ist ja schon … mindestens erstaunlich, was sich so alles ansammelt, auch wenn man relativ frei von Messie-Tendenzen ist.

Meine Frau zum Bleistift liest begeistert „Brigitte“, Sie wissen schon, dieses Magazin mit Modefummeln, Lebenshilfe, Rezepten, Lifestyle, Seitensprung-Ermunterungsartikeln und Marunde — garantiert ohne Models. (Wobei ich da auch ganz gerne mal einen Blick reinwerfe, wie ich gestehen muss. Also, in die Zeitschrift, meine ich.) Die ausgelesenen Hefte gehen natürlich nicht den Weg der fachgerechten Entsorgung, sondern werden seziert. Gleich zweifach. Gute Reisetipps und Kochanleitungen, auch mal die ein oder andere Buchempfehlung, naja, so was halt, wandert in der Regel in Ordner oder Kartons oder kunstvoll gestapelte Zetteltürme, die an Fragilität und Instabilität keinen internationalen Vergleich scheuen müssen. Im Dezember dann umgibt sich meine Frau mit den gesammelten Restheften und kreiert daraus liebevoll und in oft tage- (und nächte-) langer Kleinarbeit und mit einer reichlichen Portion Akribie Fotokalender für die ganze Familie. (Da kommen dann schon mal locker um die 10 Exemplare zusammen, ein Umstand, der erklärt, warum der Dezember für sonstige Unternehmungen prinzipiell unbrauchbar ist.) 

foto zeitungsbeilagen

Zeitungsbeilagen-Werbeflut

Heute wollte ich „Brigitte“ retten! Und siehe, als ich einen Haufen in einen Bücher-Umzugskarton gleiten lassen wollte, der mir prompt aus den Händen rutschte, quollen zahlreiche Werbeträger und Pröbchen zwischen den Seiten hervor. Geht gar nicht, so etwas muss nicht mit umziehen, dachte ich, und schüttelte Heft für Heft aus. Das , was Sie oben auf dem Foto sehen können, ist das Ergebnis meiner Bemühungen.

Während ich nun zwei Ikea-Tüten — Sie kennen doch sicherlich diese praktisch unkaputtbaren blauen Großraumtransporttaschen des schwedischen Möbelhauses? — mit Altpapier befüllt habe, bis sie fast die Grenze der Tragbarkeit erreicht hatten, klingelte mal mehrfach das Telefon. „Wollen Sie noch weiter mitspielen?“ „Haben Sie auch keine Lust mehr auf unerwünschte Anrufe? Dann nehmen Sie doch ein Jahresabonnement einer Zeitschrift Ihrer Wahl, und wir streichen Sie dafür aus den Listen.“ Ich muss Ihnen gestehen: Ich habe von diesen lästigen Schmeißfliegen die Schnauze voll! Gestrichen! Unsere beste  Freundin ist Anwältin, aber selbst ihr sind irgendwie die Hände gebunden. Manchmal hege ich perfide Gelüste. In diesen verzweifelten Tagträumen kommen Äxte, Sturmgewehre eines russischen Herstellers und ähnliche Dinge zum Einsatz. Meine gute Kinderstube und die Erkenntnis, dass Gewalt keine Lösung ist, verhindern natürlich die Umsetzung, zumal ich weder Äxte noch Schusswaffen im Hause habe. Daher belasse ich es stets bei freundlichen Worten („Wenn Sie noch mal anrufen, muss ich leider eine Dislokation Ihrer Gonaden mit facialer Pexie in Betracht ziehen.“) und schreie lauthals stumm meine Wut in die Tastatur hinein. Wo wir schon mal dabei sind: Sagen Sie am Telefon, was Sie denken, nutzen Sie eine Trillerpfeife in unmittelbarer Nähe der Sprechmuschel, aber vermeiden Sie unbedingt das Wörtchen „JA“.

Die Rufnummer im Landpomeranzen-Land jedenfalls kommt in kein öffentliches Suchverzeichnis oder Telefonbuch. Never!

In diesem Sinne packe ich jetzt wieder an — es gibt viel zu tun!

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