Wir angeln uns einen Kater!

bild: katers angelhaken Manche laufen sich einen Wolf. Andere angeln sich einen Kater, nachdem sie stundenlang mit „so einem Karwendsmann von Hecht“ gekämpft haben … oder sie geben zumindest vor, solch einen Kampf „Mann gegen Naturgewalt“ geführt zu haben; dabei sind die Arme bis zum Äußersten ausgebreitet, Sie kennen sicherlich diese Gesten, die der Angler bei seinem Latein verwendet, obwohl er nur einen, hm, sagen wir mal … Stichling am Haken hatte.

Freilich können Sie sich auch auf andere Weise einen Kater angeln, indem Sie sich das männliche Katzentier von irgendwo her besorgen.  Ob Sie sich gegen Hunderte von Mitbewerbern beim Züchter prämierter Rassekatzen durchgesetzt oder das Tier aus Mitleid aufgenommen haben, ist dabei unerheblich. (Für den Kater jetzt. Für Sie macht es schon einen, ob Sie soziales Engagement gegenüber einer verstoßenen Kreatur an den Tag legen oder sich erfolgreich als Jäger und Sammler betätigt haben.)

Eine dritte Variante, implizit in der Aussage enthalten, verbietet sich schon aus Gründen des Tierschutzes, zumal es selten nötig ist, ein pelztragendes, auf Zehen gehendes Säugetier mittels einer Angel irgendwo heraus zu holen.

Ein Drama dieser Art aber spielte sich heute ab. Meine Söhne angeln, scheint so ein typisch männlicher Habitus zu sein. Also, sie angeln nicht wirklich, sondern tunken eher ohne System das Vorfach ins Wasser und würden vermutlich ganz wuschig werden, wenn sie wirklich mal einen Fisch am Haken hätten. Außerdem haben sie es nicht so mit dem Aufräumen, aber was die Angelhaken angeht, haben wir ihnen oft genug eingeschärft, dass die niemals frei herumliegen dürfen.

Am frühen Nachmittag, die Woge von Wohnungsbesichtigenden war gerade abgeebbt, entdeckte ich einen monofilen Faden, der aus dem Mund des Landpomeranzen-Katers hervorlugte. Ich wollte gerade daran ziehen, als ich des Angelhakens Gewahr wurde, der sich vorwitzig durch die Oberlippe gebohrt hatte. (Wobei der Kater das weder vor- noch sonst irgendwie witzig fand.)

Ich hatte keinen blassen Schimmer, wie ich den Haken waidgerecht entfernen sollte. Auf der Fahrt zur Haus- und Hoftierärztin verfing sich der unglückliche Fellklumpen zu allem Überfluss auch noch mit dem Haken in der Transportbox, unbemerkt von allen Beteiligten, und schlüpfte auf dem Behandlungstisch hakenfrei, aber blutend aus der Box. Das angedrohte (und nicht gerade günstige sauteure) Röntgen und die Zwangsverfütterung von mindestens 100 Gramm Sauerkraut konnten nur abgewendet werden, weil ich den Haken in der Box entdeckte — nicht auszudenken, was so der im Gastrointestinaltrakt hätte anrichten können.

Schlussbemerkung: Der Kater ist wohlauf. Und wir heilfroh, dass wir weder Sauerkraut ins Tier hineinstopfen noch den Kot auf der Suche nach dem Angelhaken durchwühlen müssen. Manche Dinge erledigen sich glücklicherweise von selbst.

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