Nachgelegt: Wo bleiben die politisch Verantwortlichen?

Norbert Röttgen, das politische Umwelt-Feigenblatt der Regierung unter Führung der ehemaligen Umweltministerin und jetzigen Kanzlerin Angela Merkel, sollte nun doch vielleicht mal Präsenz zeigen im Wendland. Keine Aktion der Sicherheitskräfte kann die Situation ins Lot bringen. Es können lediglich ausufernde Exzesse verhindert werden, wenn sich Widerstand und Einsatzleitung an einen Tisch setzen. Absprachen, die den Moment entschärfen. Der Widerstand hingegen wird ungebrochen bleiben.

Letztlich drängt sich der Eindruck auf, dass die Region Wendland als Standort für ein atomares Zwischen- oder Endlager politisch verbrannt ist, ungeachtet einer möglichen geologischen Eignung des Salzstocks als letzter Ruheplatz für ausgelutschte Brennstäbe. Das ist auch das eigentliche Signal, welches von den jahrzehntelangen Protesten im Wendland ausgeht. Scheinbar hat das aber noch niemand erkannt — oder erkennen wollen. Aber was sind schon ein paar Landpomeranzen und Bauern im ehemaligen Zonenrandgebiet der Republik gegen eine Energiewirtschaft, die täglich pro AKW locker eine Million Euro Gewinn macht? Da müssen schon Prioritäten gesetzt werden.

Das Brüderle aus der Stuttdings 21-Region handelt in seiner Funktion als Wirtschafts-Problembär der Bundesregierung mit der Atomwirtschaft zusätzliche Milliarden-Abgaben aus, dafür dürfen die AKW nach dem Ausstieg aus dem Ausstieg länger laufen. Gerüchte zwitschern von den Dächern, dass die Bedingungen dieses von der Regierung als großer Wurf gefeierten Kompromisses von der Atomlobby diktiert worden sind. Würde zumindest ins desolate Gesamtbild der Berliner Laienspielgruppe passen.

Ein Zeichen, zumindest im Ansatz zu verstehen, was die Menschen hier in der Region bewegt, wäre ein Auftritt der Kanzlerin mit ihrem Parteifreund aus dem Umweltministerium hier vor Ort im Wendland. Aber dafür haben vermutlich weder die immer mal wieder als mächtigste Frau der Welt gekürte Dr. M. noch der Norbert genug A…. in der Hose. Man schickt lieber Staatsdiener in martialischer Rüstung und lässt sie am Rande der Leistungsschau der polizeilichen Technik die Probleme im wahrsten Wortsinne aus dem Weg räumen. Glücklich ist dabei lediglich der Umstand, dass die Magdeburger bis jetzt friedlich mit den Füßen in der Gosse scharren und sich bei der Einsatzleitung die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Deeskalation, Konfliktmanagement und Kommunikation besser geeignet sind, die Situation vor Ort zu entschärfen. Denn auch Ordnungshüter sind Menschen, die kein gesteigertes Verlangen nach Verletzung ihrer körperlichen Unversehrtheit haben.

Merkel und Röttgen aber ducken sich weg. Rechnen wir dann noch die anstehenden Enteignungen sowie die Aufweichung der Sicherheitsstandards, damit sie zu Gorleben als möglichem Endlager für hochradioaktiven Abfall passen, hinzu, so werden wir insgesamt Zeugen einer erbärmlichen Vorstellung.

Update: Der Castoren-Zug hat inzwischen den Verladebahnhof in Dannenberg erreicht.

Advertisements

2 Gedanken zu „Nachgelegt: Wo bleiben die politisch Verantwortlichen?

  1. Jetzt wird es spassig. Ich bin mal auf die Bilder im TV gespannt. Ganze Herden von Schafen und Ziegen haben eine Straße nahe dem Zwischenlager blockiert. Am Nachmittag seien rund 2000 Schafe sowie 50 Ziegen auf die Landstraße zwischen Gorleben und Laase gelangt. Wenn die Polizisten die Schafe wegtragen, das wird sicher ein Erlebnis für uns als Zuschauer.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s