Der Rekonvaleszent

Gestern nachmittag war die Nachuntersuchung in der Tierklinik in Lüneburg. Der Kater macht sich. Zumindest sind seine Wundverhältnisse verhältnismäßig. Verhältnismäßig gut. Es sifft kaum aus den Einstichstellen der Metallstäbe in seinem Hinterlauf, Entzündungszeichen sind nicht zu erkennen. Alles blande, wie der Medicus sagen würde. Wenn sein torkelnder Gang nicht wäre…

Das ist seine Holz-Plexiglas-Krankenbox. Darauf hat er aber keine Lust mehr. Verständlich irgendwie — da kommt er nach langer Zeit wieder in sein Reich und soll sich mit einer Grundfläche von einem halben Quadratmeter zufriedengeben? Und dann noch mit Latten obendrauf? Katzen bekommen keine Sedierung, haben die (im Übrigen sehr kompetenten und durchweg netten) Menschen in der Tierklinik gesagt. Es ist erwünscht, dass sich das Tier bewegt. Gut, d’accord, dann soll er mal, solange er nicht springt. Einer seiner Lieblingsplätze war schon immer unter dem Sofa. und da liegt er nun, der Rekonsvaleszent. Jetzt frisst er wieder gut, geht auf das gewohnte Katzenklo (und nicht mehr auf das in wohlmeinender Absicht wegen des niedrigen Randes zum Klo umfunktionierte Backblech) und sieht den Umständen entsprechend glücklich aus.

Sein Antibiotikum, welches zu verabreichen unmöglich war, hat er per Injektion erhalten. Nachher gibt’s die zweite Portion. Gut, wenn man vom Fach ist — wir machen das auf dem kurzem Dienstweg gleich hier im Landpomeranzen-Haus.

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3 Gedanken zu „Der Rekonvaleszent

  1. Na, das klingt aber schon deutlich positiver! Nicht gut, aber besser. Dass es ein längerer Weg werden wird, weiss man ja anhand der „Schadensschilderung“.
    Abger er zeigt Interesse, auch an Mahlzeiten, am Rest des Lebens – das ist ein gutes Zeichen! Weiterhin mit gedrückten Daumen…

    • Das kann er brauchen! Ist jetzt kaum noch zu halten, findet offenbar sein Leben auch hinkend schön, aber ich mache mir Sorgen, dass er sich überanstrengen könnte. Denn im Grunde ist es ja nicht mal ein Dreibeingang, sondern ein Zwei-Vorderbeine-heil-zwei-Hinterbeine-müssen-sehen-wie-sie-mitkommen-Rumgerutsche.
      Ach, wissen Sie, Ihre Tiere sind ja größer, aber bei einem kleinen Tier sind die Sorgen leider nicht kleiner. (Aber das wussten Sie bereits, stimmts?)

      • Das mit dem Überanstrengen und der Angst davor kenne ich aktuell bei dem Großtier sehr gut, aber da muss ich wohl zwangsläufig seiner eigenen Einschätzung vertrauen ab dem Punkt, wo ich es nicht mehr kontrollieren kann.
        Tierärztlicherseits erhält meiner auch keine Schmerzmittel mehr, um Fehleinschätzungen zu verhindern.

        Aber auch bei ihm erkenne ich dieses „das Leben auch so ganz schön finden“ und das werte ich sehr hoch.

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