Der Geschmack, das Atomlager und heldenhaft-vergittert mit Salz Wedelnde

Ja, das ist schon das Salz in der Suppe. Vielleicht ein Quentchen zu viel, und schon ist’s versalzen. Unsere Zunge als Sinnesorgan nimmt den salzigen Geschmack war, eine der fünf nachweisbaren Geschmacksrichtungen. Früher, als alles besser war, ging man von einer zonalen Verteilung der Rezeptoren (Geschmacksknospen) für süß, salzig, bitter und sauer aus. Heute weiß man es besser und kennt zudem noch einen fünften Sinn: umami. Eines ist klar: wir können alles überall schmecken, aber nicht mit der gleichen Intensität. Süßes nehmen wir an an der Zungenspitze am besten wahr, Saures und Salziges an den Rändern und Bitteres hinten. Allerdings müssen die Stoffe vorher im Speichel gelöst werden, um in vollen Zügen erkannt zu werden. (In leeren übrigens auch, aber das nur am Rande — im Sinne von nebenbei, nicht am Zungenrand. Was Ihnen vermutlich ohnehin klar war.)

Wenn Sie aber mal die Nase voll haben, werden Sie erkennen, wie komplex der Geschmack ist, denn nur ein Fünftel des Eindrucks stammt von der Zunge, vier Fünftel jedoch von der Wahrnehmung der verschiedenen Aromen mit den Rezeptoren der Nasenschleimhaut.

Solche physiologischen Gegebenheiten gelten natürlich auch in Salzgitter nahe Braunschweig, wo man exzellente Eisen-Kohlenstoff-Legierungen zu Stahl verarbeitet, in Salzderhelden, das zu Einbeck (ja, da kommt das Mai-Urbock her!) gehört und in Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Ganz in der Nähe, in unserer wie in der von Salzwedel, namentlich in Gorleben im Wendland, laufen im Übrigen die Planungen für eine Verklappung des Atommülls in einem Salzstock auf Hochtouren. Eher politisch gewollt als geologisch geignet, aber das steht auf einem anderen Blatt. Heftigster ziviler Widerstand, die Ergebnisse des *ÖRKS* Moratoriums und die Angst vor den Meinungsumfragen könnten da aber vielleicht noch etwas bewegen.

Apropos ziviler Widerstand: Beim Salzmarsch im Jahre 1930 gelang es Mahatma Gandhi, das britische Salzmonopol zu brechen und letzthin die Unabhängigkeit Indiens zu erlangen. Das hat sicherlich Tränen gekostet, die — Sie haben das natürlich längst gewusst — neben Muzin und (Glyko-)Proteinen auch Kohlenhydrate, Antikörper (wie Immunglobuline) und Enzyme wie das Lysozym zur Spaltung der Zellwände von Einzellern enthalten. Und — genau! — salzig schmecken.

Durch Salz schließt sich der Kreis dieses Artikels, und Sie haben sich bestimmt schon gefragt, warum der hier bei den nicht mehr ganz so plötzlichen Landpomeranzen auftaucht.

Huschen Sie doch mal dort hin. Bei PageWizz gibt es einen Schreibwettbewerb, bei dem ich, Sie und jeder, der etwas zum Thema schreibt, einen iPad2 gewinnen kann. Buntes Salz konnten Sie bislang zwar hier noch nicht entdecken, aber ich bin ja auch noch nicht ganz am Ende, richtig?

Das bunte Salz von Salz Relax können Sie natürlich gerne nach Salzwedel exportieren oder dem Bundesumweltminister vor die Nase setzen, damit der etwas gelassener an die Salzstock-Erkundung herangeht, aber mir schweben da grad‘ eher Salzbrezeln mit blauem Salz im Hirnkasten herum. Oder lecker Gemüse-Reis-Pfanne mit Huhn, die mit gelb und rot gefärbtem groben Meersalz gewürzt und optisch aufgepeppt wird. Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass Farbe im Essen die Lust daran erhöht. Und wenn Sie sich dann noch Salzlampen aufstellen, steht einem wirklich guten Abend nichts mehr im Weg.

Zum Abschluss noch ein paar Salz-Zitate der Welt- und Kulturgeschichte:

Ich kam, sah und salzte. (Gaius Iulius Caesar)

Salz makes the World go ‚round.

Salz, das war sein letztes Wort. (Willy Millowitsch)

Im Salz wohnt die Wahrheit. (Johann Christoph Friedrich von Schiller)

Edel sei das Salz, hilfreich und gut. (Johann Wolfgang v. Goethe)

Ohne Salz ist die Ehre nur eine Krankheit. (Jean Baptiste Racine Lafontaine)

Es ist unglaublich, wieviel Kraft das Salz dem Körper zu verleihen vermag. (Wilhelm von Humboldt)

Gut gebrüllt, Salz! (William Shakespeare, Der Sommernachtstraum)

Hasta la vista, sal! (Terminator)

Und mit dem Hinweis, dass etliche italienische Ristoranti „Sale & Pepe“ heißen (und das nicht ohne Grund), zurück ins … hier, Dingens … Funkhaus.

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