Irgendwie un-Ent-lich traurig

Momentan hat uns das Leben voll im Griff. So sehr, dass das „Projekt 365: A German Word“ und die virtuelle Blogwelt derzeit brach liegen. Ständig ist irgendwas. Irgendwo. Irgendwie. Sei’s drum. Das echte Leben hat Vorrang.

Heute jedoch ist etwas Tragisches passiert, das den normalen Lauf der Dinge für einen Moment aus den Fugen bringt. Der Laufenten-Erpel ist tot.

Aber lassen Sie mich etwas ausholen. Auf dem Lande hat man Haustiere der etwas anderen Art. (Obschon wir in Hamburg auch Enten auf dem Balkon hatten.) Wir sind umgeben von Laufenten und chinesischen Zwergwachteln. Dazu Kanarienvögel und Katzen.

Die große Krise unter den Kanarien in Form der akuten eitrigen nekrotisierenden Hepatitis im Oktober ist vorüber, und wir hatten gehofft, dass damit erst einmal ein bisschen Ruhe einkehrt. Heute nun das Hunde-Enten-Drama. Irgendwie sind die Gasthunde der Nachbarn, immerhin Berner Sennenhunde und zum ersten Mal dort, über den Zaun gekommen und haben die Laufenten gejagt. Hätte die Landpomeranzin nicht zufällig frei gehabt, wäre die ganze Geschichte vermutlich nicht ans Licht gekommen — und der Erpel, der kurz zuvor noch fröhlich vor sich hin quakend Futter und Salat zu sich genommen hatte, wäre einfach nur irgendwann tot in einer Ecke des Gartens gefunden worden.

So aber alarmierte ein panisches Quieken die Frau des Hauses, die noch die Hunde durch den Garten rasen sah, bevor sie die völlig verängstigten Wasservögel entdeckte, die sich hinter einem Holzhäuschen verschanzt hatten. Dem Erpel ging es da schon augenscheinlich schlecht, das Herz raste, und er war extrem dyspnoeisch. Davon erholte er sich nicht mehr. Trotz intensiver Bemühungen konnte er den Kopf nicht mehr halten, und mit sichtlich eingeschränkter Atmung starb er. Es war wohl zu viel für sein Herz.

Pathos und Kitsch sind meine Sache nicht. Aber ich werde ihn sehr vermissen, diesen wundervollen Vogel, der bei uns vom Küken zum stolzen Erpel mit wunderschön gebogener Schwanzfeder gereift ist. Er hörte aufs Wort, kam kuscheln und fraß aus der Hand. Wir sind un-ent-lich traurig.

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Vielleicht ist es zu viel verlangt, aber…

SEK beim Castor-Transport 2010 im Wendland Da oben hätte auch „Ich habe einen Traum“ oder „Was ich mir wirklich wünsche“ stehen können. Wissen Sie, eigentlich ist es im Wendland sehr schön. Wie in einer Cerealienwerbung. Aber in Kürze ändert sich das schlagartig. Dann rücken Bürger in Uniform an, um im Auftrage der Politik und gegen Bürger in Zivil den ungeliebten Atommüll-Behältern einen Weg ins Zwischenlager zu bahnen.

Dann gleicht der beschauliche Landstrich einem besetzten Land im Kriegszustand. Kaum jemand da draußen kann sich ein Bild davon machen, wie sich das Leben anfühlt in diesen Tagen. Und die Vorhut ist schon seit einiger Zeit hier. Aber zurück zu dem, was ich mir wirklich wünschte.
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Karen Harry Tony…

Eines meiner Lieblingsbilder, der weihnachtliche Spaziergang, und erfolgreich obendrein, beispielsweise in Flickr-Foto-Contests, musste dann gleich mal bei pixlr-o-matic zum Testlauf antreten.

Das Original:

Weihnachtsspaziergang, Wirl, Wendland / Pleasing little rambleFür pixlr-o-matic musste der Rahmen weichen. Hier ein paar Resultate mit Karen, Harry und Tony. Weiterlesen

Von Verlusten und Abschieden

Es sind nur Tiere, mögen Sie einwerfen. Und sie haben noch nicht einmal ein nennenswertes Gewicht aufzubieten. Dennoch: Auch wenn sie jeweils nur um die 25 Gramm wiegen, so ist der Verlust traurig und schmerzhaft.

Unsere Goldammer, die vor über einem Jahr als Handaufzucht eingezogen ist, war offenbar in der Gesellschaft des Kanarien-Clubs in der Freivolière nicht recht glücklich — und entfleuchte in die große weite Welt. Bislang war sie zwar schon zweimal entflogen, ist aber stets freiwillig zurückgekehrt. Nun ist sie seit einiger Zeit nicht mehr hier und konnte auch nicht mehr in der Umgebung gesichtet werden. Im Winter saß sie tagein, tagaus auf des Landpomeranzerichs Schulter, während dieser akribisch recherchierte und schrieb, und beknabberte zärtlich dessen Ohren. Setzte sich auf die tippenden Finger und wippte munter auf und ab. Doch, tatsächlich, ein kleiner Vogel kann die Welt bedeuten. Und nun ist sie fort, die Frau Piefke. Was eine große Lücke hinterlässt, weil sie ein ganz besonderes Tier war.
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Impressionen aus dem Wendländischen

Neulich bei den Landpomeranzen. Im Hochsommer, der irgendwie keiner war.

Landlust oder Landfrust?

In der brandneuen ZEIT kann man im Reiseteil aufs Land abschweifen. Die Welt scheint dort in Ordnung zu sein, auf dem Land jetzt, viele Stadtmenschen zieht es irgendwann ins Gemüse, aber es ist natürlich nicht nur Bullerbü-Romantik, sondern hat ganz eigene Problemzonen. Solche, von denen die urbane Welt vielleicht nichts ahnt. Andererseits gibt es sie doch, die Werberomantik — man muss sich nur darauf einlassen.

Sollten Sie, wie es viele in kafkaesken Häuserschluchten und Trabantenstädten tun, mit dem ländlichen Leben liebäugeln, so dürfen Sie das natürlich gerne tun. Nach kaum mehr zählbaren Jahren in der vermutlich sicherlich schönsten Stadt der Welt — die Rede ist von Hamburg, aber das haben Sie sich bestimmt schon gedacht — wurde ich vor knapp einem Jahr mit sanfter Gewalt in die nordostdniedersächsische Pampa gezerrt, im Prinzip gegen meine Überzeugung, aber mit dem nötigen Nachdruck, um meine Freie und Hansestadt zu verlassen. Und wissen Sie was? Ich würde es wieder tun! Allen Problemzonen zum Trotz. Weiterlesen