Projekt 365 „A German Word“ #5: blümerant

Blümerant: queasy, dizzy, giddy.
A Germanized loanword borowed from French „bleumourant“ (fading blue, in the sense of „dying blue“ due to „mourant“). Once your head is swimming, your skin turns pale and slightly blue because of the cyanosis.

Blümerant — dying blue — is endangered. I see a high risk of its extinction. Ferocious! Apparently not cool enough for the world out there. Despite this, blümerant is such a gem. Saying „Mir wird blümerant“ is the announcement of an indisposition without losing the countenance.

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Projekt 365 „A German Word“ #4: Quatsch

QUATSCH: nuts, fiddlesticks, pulp, nonsense, jabberwocky, balderdash, flapdoodle. However you like it. The English language offers a lot of synonyms. Besides: The German language as well. („Mumpitz“ and „Schmonzes“ for example.)

But QUATSCH is very special and unique ‚cause it’s utterly onomatopoetic. It reminds me of stepping on an unlocked mustard tube … the yellow stuff oozing out … making this sound: QUATSCH.

Projekt 365 „A German Word“ #3: Pappschächtelchen

Pappschächtelchen. A little cardboard box. To be found everywhere containing — whatever. Little secrets, a life’s achievements, collections of buttons or screws, drugs, love letters … if you know what I mean.

A friend of mine, a spanish physician, once told me a little story. The physician’s uncle, a madrilenian doctor, was on standby when he received an emergency call from the Queen’s palace. Nothing serious, just stomach trouble. After having examined closely, he suggested a therapy. The Queen asked him to wait, left the room and returned with … a cardboard box full of medicines.(An astonishing fact, isn’t it?)

Let’s conclude: You’ll even find carboard boxes where you do not expect it. Sometimes you’ll find surprising things in cardboard boxes. As Forrest Gump said: „Life is like a box of chocolates – you never know what you’re gonna get.“ 

Everbody owns little, tiny cardboard boxes but the English language doesn’t know the German -chen. The diminutive -chen makes things smaller. And cozy, somehow. Almost evanescent.

I love this word: Pappschächtelchen. It’s like an unfilfilled  pledge in a cubbyhole.

Projekt 365 „A German Word“: Wächterlymphknotenlokalisationsdiagnostik

Wächterlymphknotenlokalisationsdiagnostik: diagnostic investigation in order to localize the sentinel lymph node. I reckon that German is the only language which produces such word monstrosities*. 41 characters in just one word. Wow!

Sentinel lymph nodes are the first first nodes reached by metastasizing cancer cells from a primary tumor. The lymphatic fluid is an easy and convenient way for metastases to spread to other regions. If the very first regional lymph node, the sentinel, is free of cancer cells,  then it is highly improbable that the cancer has spread to any other area of the body.

A low-activity radioactive substance (Technetium-99m) is injected near the tumor, then a lymphoscintigraphy is performed.

[Source of the word: Strahlenschutzanweisung eines Klinikums]

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* The only language except for Welsh. Need a proof?

Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.

This is the incredibly unpronounceable name of a village on the island of Anglesey in Wales.

The name means: [St] Mary’s Church (Llanfair) [in] the hollow (pwll) of the white hazel (gwyngyll) near (goger) the rapid whirlpool (y chwyrndrobwll) [and] the church of [St] Tysilio(llantysilio) with a red cave ([a]g ogo goch). [Source]

Projekt 365 „A German Word“ #1: Fernweh

Well, try to look it up in a dictionary: FERNWEH. You’ll find no close match. Not in English, not in Italian, neither in Spanish nor in any other language.

Fernweh is as german as it gets. It contains „distance“ and „woe, ache“. „Yen to see distant places“ would be an appropriate translation. Sometimes you’ll meet the word „wanderlust“. „Wanderlust“ — a german word to explain a german word. (?!?) It seems as if the wish to travel is essentially German.

Whenever you have itchy feet, you might want to use the word „Fernweh“ instead. ‚Cause it implicatest an emotion between pain and hope wedded to the desire to be someplace else.

Besides: A happy New Year!

Ankündigung: Projekt 365 „A German Word“

Ein deutsches Wort. Ein Lieblingswort, ein Wortungetüm, ein Fundstück. Ein Unwort, ein Fachwort. Was auch immer.
Dazu eine kurze englische Erklärung. Nix Aufwendiges. Kurz und knapp. Eben KISS — keep it short and simple. Um zu zeigen, was die deutsche Sprache so einzigartig und komplex macht. Und so schön, denn manche behaupten, im Deutschen gäbe es Ausdrücke, die es treffender sagen könnten, als es jede andere Sprache vermag.
Mein Vorsatz für 2012.

NACAB, but…

Nun sindse drin, die Castoren. Aber sie hatten es wahrlich schwer in diesem Jahr! Fürwahr! Unter uns: Wenn sich die politisch Verantwortlichen nicht gemüßigt fühlen, den Transport abzubrechen oder gar nicht erst starten zu lassen, dann kommt er immer an im Zwischenlager. Der Widerstand dagegen jedoch war auch bei der 11. Auflage in diesem Jahr deutlich und der Transport mit 126 Stunden der längste in der Geschichte.

Es gibt immer Kräfte, die die Proteste rund um den Castor-Transport missbrauchen und für ihre ganz speziellen Zwecke nutzen. Für die ACAB im Vordergrund steht. Von denen sich jene, denen es um die Sache geht, distanzieren. Denn längst nicht All Cops Are Bastards. But some are.

Einige der Vorwürfe können Sie hier oder hier nachlesen. An und für sich schon ungeheuerlich genug. In einem Rechtsstaat gelten auch für Personen, die in Gewahrsam genommen wurden, die Grundrechte. Aber im Rahmen der Castor-Transporte haben Grundrechte weitgehend ausgedient. Was sich aber gestern abend auf dem letzten Teilstück der Strecke abspielte, war schier ungeheuerlich. Augenzeugen und Netzressourcen berichteten unisono von  Weiterlesen

Castor — bald auf der Straße

castorstreckenNordstrecke oder Südstrecke? Angekündigt haben sie unter Vorbehalt, sie wollten ab in den Süden. Unser Haus steht direkt an der Nordstrecke. Bis kurz vor 12 war es absolut ruhig. Dann, ganz plötzlich, zogen sie auf, besetzten jede Einfahrt. Die Bundesstraße ist dicht, der elfte (und letzte) Castor verladen. Da an der Südstrecke mehr Camps liegen, wird es wohl der Norden machen. Reine Intuition. Auf jeden Fall geht es bald los. So will es die Gerüchteküche über den Funk. Die Straßen sind gesperrt. Und werden andernorts frei gemacht. Es ist angerichtet.

Anbei ein paar Impressionen von vor der Hütte.

Castor-Nordstrecke, Seybruch, Wendland

Castor-Nordstrecke, Seybruch, Wendland

Castor-Nordstrecke, Seybruch, Wendland

Castor-Nordstrecke, Seybruch, Wendland

Gefahrenabwehr? Sperrgebiet? Aushebelung der Grundrechte?

Die Castoren haben inzwischen den Verladebahnhof erreicht, der etwa 1.000 Meter Luftlinie von hier entfernt ist. Noch rollt der Verkehr, aber es gilt die Allgemeinverfügung, welche die Grundrechte der Versammlungsfreiheit massiv einschränkt. Das gilt für einen Korridor von 50 Metern beidseits der möglichen Routen sowie einen Radius von 500 Metern um das Zwischenlager in Gorleben.

Die Polizei vor Ort muss die Sicherheit des Transportes gewährleisten und darf im Rahmen der Gefahrenabwehr auch ohne richterlichen Beschluss bestimmte Maßnahmen ergreifen. Dabei liegt es im Ermessen der jeweiligen Beamten, was eine Gefahr darstellt.

Lassen wir mal dahingestellt, dass internationale Verträge zur Rücknahme der atomaren Hinterlassenschaften verpflichten. Rechtlich mag das einwandfrei sein. Das Land Niedersachsen hat dabei…

[…] die erforderlichen Maßnahmen durch die zuständigen Behörden zu ergreifen,
damit es nicht zu unrechtmäßigen Eingriffen in bestehende Rechtspositionen kommt.

[Quelle: Allgemeinverfügung]

Will sagen: Der Transport muss durchgedrückt werden. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Gegen jedwede Bedenken. Mit jedem Transport werden Tatsachen geschaffen. Mitbestimmungsrechte und demokratische Grundsätze werden ausgehebelt. Seit 35 Jahren Weiterlesen

Ist schon so eine Sache mit den unberechenbaren Wetterphänomenen im Wendland

Gleisblockade Hitzacker, 27.11.2011Es stürmt im Wendland. Herbststurm am 1. Advent. Holla die Waldfee! Da hilft noch nicht mal 3-Wetter-Taft.

Die Wetterphänomene sind wahrlich unberechenbar im wilden Ostzipfel Niedersachsens. Da muss man schon sehr aufpassen. Betonpyramiden wehen auf die Gleise, auch Landmaschinen und Sandhaufen verwehen ad hoc.

Den heutigen Tag haben wir in Sichtweite der Blockade in Hitzacker verbracht, im Radio auf NDR Info als Hitzfeld bezeichnet. (Vielleicht macht der Reporter sonst eher in Sportreportagen…) Ungemütlich war’s, nass und kalt. Triefnass mussten wir gegen Abend wegen unserer Kinder den Rückzug antreten. Immer mal wieder trabten die Sicherheitskräfte an — nur um dann wieder abzutraben. Die auf die Gleise gewehte Betonpyramide, an der sich vier Menschen der Bäuerlichen Notgemeinschaft festgekettet haben, scheint es wirklich in sich zu haben. Komplizierte Mechanismen machen den Polizeitechnikern das Leben schwer. Offenbar zu schwer, so will es die Gerüchteküche wissen.

Sicherheitskräfte in Hab-Acht-Stellung, Gleisblockade Hitzacker, 27.11.2011Schon jetzt ist dieser Transport der längste in der Geschichte, und der Zug mit den Castoren scheint sich auf eine nächtliche Rast in NATO-Draht einzurichten. Und die Betonpyramide ist beileibe nicht das letzte Hindernis auf dem Weg in die Wellblechhütte nach Gorleben.

Weitere Verzögerungen sind nicht ausgeschlossen, sogar eher wahrscheinlich. Bleiben Sie auf dem Laufenden beim Castorticker.