Wohnträumchen

Es gibt so Tage … wenn die Freunde traurige Kommentare hinterlassen, dann … ach, vergessen Sie’s. Freunde bleiben … Freunde. (Sonst wären’s keine.)

OK, nachdem ich mir drei bis 29 Tränen aus dem Augenwinkel getupft habe, zeige ich Ihnen lieber noch mal ein, zwei Bilder vom erwarteten Wohntraum.

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Erwartungshaltung: Kulturschock!

Man soll sich alle 7 Jahre häuten, sagt man. Eine Rundumerneuerung.

Stellen Sie sich vor: Stadtmensch — Hamburger, um genau zu sein –, offen bekennender Sankt Paulianer mit Kiez-Affinität, wird von seiner Familie zwangsumgezogen. Ins Gemüse. Ins wendländische Gemüse, um wiederum faktisch genau zu sein. Dritte Milchkanne links, hinter der Kuh in die Eisen steigen, Busch beiseite schieben — Sie haben Ihr Ziel erreicht.

Aus der Stadt getrieben, wie die Sau, die man durchs Dorf jagt. Gegen die innere Überzeugung, gegen das urbane Herz. Etwas Nagelähnliches vergrub sich im mentalen Türrahmen. Erster Gedanke: „Ihr müsst mich schon unter Drogen setzen. Oder erschießen.“ Gebracht hat es wenig — außer Kratzspuren, die zwischenzeitlich verheilt sind, der Umzug aber ist beschlossene Sache.

Glauben Sie mir, dass war ein Abnabelungsprozess erster Güte. Nichtwahrhabenwollen, Zorn und Wut, Verhandeln, depressive Phase, Resignation, schließlich Zustimmung und gar hoffnungsvolle Erwartung. Das erinnert Sie an etwas? Stimmt, es war auch etwas wie ein Sterbeprozess. Ein Stück meines mühsam während des Sozialisationsprozesses erarbeiteten Ichs ist dabei auf der Strecke geblieben. Gäbe es etwas wie Distra gegen Urbanitäts-Entzugserscheinungen — ich hätte es genommen, um mir das Delirium tremens zu ersparen, welches ich durchleben musste.

Aber der Homo sapiens ist, das impliziert schon der wissenschaftliche Name, ein einsichtiges Ding. Ich habe eingesehen, dass Widerstand gegen eine Ehefrau und die Lendenfrüchte  nichts bringt. Nichts außer Ärger. Drei gegen einen ist unfair, aber über manche Brücken muss man halt gehen. Und wer A sagt, kann auch ebenso gut „lsogutwirmachenes“ hinten dran hängen.

Die Identitätskrise ist definitiv wohl überwunden, ich habe mich abgefunden. Der Kulturschock kann kommen — ich nehme die Herausforderung an. (Zumal das Wendland keine unbekannte Größe ist.)

Damit Sie eine Idee davon bekommen, um was es hier geht, und damit Sie nachvollziehen können, warum es mir letztlich doch nicht ganz so schwerfällt, „lsogutwirmachenes“ zu sagen, dürfen Sie nun mal einen Blick auf die Immobilie werfen. Exklusiv. Weil Sie’s sind.